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SonnenCityProjekt Pfaffenhofen an der Ilm – Kapitel 11 – Noch ein weiterer Entwurf

 



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Wir warteten 4 Wochen gespannt auf eine Antwort von der Stadt Pfaffenhofen. Dort hatten wir unsere beiden Entwürfe: unseren „Zielentwurf“. „Entwurf in amorpher Gestalt mit intimer Hofabfolge“ (siehe Kapitel) und unseren „Kompromiss-Entwurf“ „orthogonaler Dreiseithof mit Satteldach als V-Entwurf“ (siehe Kapitel 10) vorgestellt, mit der Bitte um Prüfung und dem Hinweis, dass wir die entsprechenden Ziele der Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung geprüft haben wollten… :

Mit großem Erstaunen haben wir jedoch feststellen müssen, dass wir keine Antwort auf unsere Prüfungsanfrage erhielten. Stattdessen erhielten wir erneute Hinweise, wie aus Sicht der Stadt Pfaffenhofen mit diesem Grundstück umzugehen sei.

Hierfür fertigte der Stadtvertreter diese Skizzen an, damit wir besser verstehen können, wie sich die Stadt Pfaffenhofen eine “Bebauung mit Dreiseithof an diesem Ort vorstellt“:

Bebauungsvorstellung der Stadt Pfaffenhofen

Mit großer Ernüchterung hatten wir dies zur Kenntnis zu nehmen. Nach erneuter intensiver interner Diskussion entschieden wir uns nun, den bis dato einseitigen rekursiven Prozess weiter fortzuführen: Nachdem wir unsere ersten beiden Entwürfe aus unserer Sicht im Sinne der Stadt und im Sinne des Landratsamtes völlig neu erarbeitet hatten (siehe Kapitel 9 + Kapitel 10) entschieden wir uns dazu, diesmal nicht unsere eigenen Entwürfe zu überarbeiten, sondern direkt die skizzenhaften Vorgaben der Stadt Pfaffenhofen in gleicher, gewohnter Darstellungsqualität in eine entsprechende Planung umzusetzen und den beiden anderen Entwürfen gegenüber zu stellen. Gerade in Situationen eines komplexen und eventuell zum Teil widersprüchlichen Entscheidungssystems, hat es sich stets gelohnt für jeden Beteiligten eine faire und transparente Gegenüberstellung aller Möglichkeiten, Rahmenbedingungen in Abhängkeit der Neben- und Wechselwirkungen zu organisieren. Eine optisch gleichwertige 3. Planung (dieses “T-Entwurfes) sollte hierfür das Fundament sein:

Diesmal achteten wir deshalb sehr eng darauf, alle genannten Rahmen-Bedingungen exakt einzuhalten, die der Stadt offensichtlich sehr wichtig sind: So haben wir bei dieser Planung – schweren Herzens – auch auf unsere Solaranlage und urbane Windkraftanlagen verzichtet, da Solaranlagen auf Gebäuden, die sich in Sichtweite der Kirche befinden, schon beim ersten Gespräch abgelehnt wurden: Gewünscht war ein rotes Ziegeldach, welches nicht durch „Solaranlagen verschandelt werden sollte“.

Nach Beendigung dieser Entwurfsarbeit und deren wirtschaftlicher Überprüfung, sowie der Überprüfung und Abgleich aller Vorgaben der Stadt mit diesem “T-Entwurf”, stellten wir jedoch fest, dass die von der Stadt gewünschte Tiefgarage bei dieser kleinen Baumasse nicht mehr finanzierungsfähig ist. So schauten wir nochmals die Gegebenheiten vor Ort an:

Mehrfach hatten wir von der Stadt den Hinweis erhalten, dass wir endlich die örtlich typischen Dreiseithöfe als Beispiel ernster zu nehmen hätten. Bei der Prüfung dieser Vorgaben stellten wir recht frustriert fest, dass diese vorhandenen Höfe vollständig versiegelt waren und lediglich stets zum Abstellen des jeweiligen Fuhrpark genutzt werden. Da wir ursprünglich ein engagiertes ökologisches und nachhaltiges Projekt realisieren wollten, haben wir uns bei diesem Entwurf entschieden, zwar die beispielhafte Fuhrparknutzung der “beispielhaften typischen Dreiseithöfe” zu übernehmen, nicht jedoch deren vorhandene vollständige Versiegelung der gesamten Dreiseithoffläche. So kam es zu unserer unversiegelten, mit Rasengitterstein befahrbaren Dreiseithoffläche, die nun wunschgemäß ortstypisch genutzt werden kann: Obwohl uns diese ortstypische Nutzung nicht gefällt, könnten wir dies wirtschaftlich vertreten und der aus unserer Sicht widersprüchliche Wunsch der Stadt nach einer Tiefgarage hätte sich ebenso erübrigt.

Für unseren Bauherren muss sich das Gesamtvorhaben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im Sinne unserer Umwelt, Natur und im gesellschaftlichen Gefüge noch nachhaltig “rechnen”.

Unser ursprünglicher Anlass, in dieser Stadt zu investieren war ursprünglich deutlich ganzheitlicher: Mit großem Aufwand hatte die Stadt Pfaffenhofen stets verkündet, wie entscheidend wichtig ihr Nachhaltigkeitsziele sind: Wir verstanden dies als Einladung und kamen im letzten Jahr dieser Einladung der Stadt Pfaffenhofen nach. Wir entwickelten Lösungen, um der Stadt zu helfen, möglichst viele dieser lebenswichtigen und werthaltigen Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

Leider müssen wir jetzt erkennen, dass dieser von der Stadt vorgeschlagene Entwurf das Gegenteil von dem bedeutet, was wir von der Stadt in den letzten Jahren stets zu lesen bekamen. Zurzeit sind wir ratlos, wie damit umzugehen ist: Noch immer bleiben wir davon überzeugt, dass die Stadt Pfaffenhofen ihre Aufgaben im Sinne der Nachhaltigkeit sehr ernst nimmt, obwohl „optisch“ in diesem Fall wohl nicht mehr viel dafür sprechen mag, wenn wir auf die Bilanz (siehe im demnächst folgenden Kapitel…) schauen. Durch den persönlichen Kontakt mit einigen Stadtvertretern haben wir jedoch den Eindruck gewonnen, dass durchaus viele Verantwortliche persönlich und ernsthaft daran interessiert sind, die verkündeten und unterzeichneten Ziele inhaltlich bei nachhaltigen Projekten in Pfaffenhofen umzusetzen. Offensichtlich scheint jedoch in diesem Fall bei der Umsetzung der eigenen Ziele der Stadt “Sand im Getriebe zu sein”… Nur zu gerne würden wir helfen, dieses Problem der sich widersprechenden Vorgaben aufzudröseln…

Hier nun unsere Video-Darstellung mit exakt gleicher Kameraführung, wie bei den anderen beiden Entwürfen:

Zusätzlich hier das Ergebnis der direkten Gegenüberstellung dieser drei Entwürfe in Bildern als Video:

Hier eine weitere Video-Darstellung aller 3 Entwürfe im Rundflugvergleich:

Mit der Fertigstellung des 3. Entwurfes (dieses “T-Entwurfes) werden sich jetzt alle 3 Entwürfe einer Stadtrenditematrix-Prüfung unterwerfen müssen: Diese Prüfung hat zum Ziel, im Sinne eines ganzheitlich angewendeten Umwelt- und Klimaschutzes und gemäß unserer Unterstützung der Weltzukunftsvertragsziele, die von der Stadt Pfaffenhofen unterzeichnet wurden, in Zahlenwerten eine Bilanz zu erstellen. Diese werden dann als Stadtrenditewerte für jeden Entwurf einzeln transparent gegenüberstehen.

Mehr hierzu erfolgt in der Fortsetzung im Kapitel 13…

Da wir selbst kaum nachvollziehen können, warum die Stadt Pfaffenhofen derart massiv gegen ihre eigenen verbindlichen Ziele arbeitet, haben wir uns vorgenommen, diese Zusammenhänge und die (uns leider auch in anderen Kommunen schon bekannte) Vorgehensweise aus unserer Sicht intensiver zu erläutern und darzustellen.

Mehr hierzu ist in der Fortsetzung im Kapitel 14 geplant…

 

Gesamtübersicht über alle Kapitel der
OnlineDoku SonnenCityProjekt Pfaffenhofen.

 

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